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Videos von Greenpeace

Südpolarexpedition 2006

 
 
 
Broschüre Wale spezial
 

Der Abschuß eines Wales

 
Harpunierung eines
Wales
 
Schlacht im Eismeer
I
Japanische Harpune verfehlt knapp Greenpeace-Boot
 
 
 
 
Schlacht im Eismeer
II
 
Aus der Schlauchboot-
perspektive
 
Wie die Japaner Wale töten
 

Greenpeace Aktivisten behindern die illegale Waljagd

Komm an Bord, werde Meeres-Schützer
 
 

Während die japanische Walfangindustrie ihre Fangquoten trotz weltweiter Proteste erhöht, bleibt das Fleisch der getöteten Wale in den Kühlhallen liegen. Tokio sitzt auf einem Berg aus Walfleisch. Um diesen abzubauen, scheint jedes Mittel recht: Walfleisch als Burger, Walfleisch als Delikatesse, Walfleisch als Hundefutter.

Diashow-Meerestiere

Walfang im Südpolarmeer heute

1994 wurde ein Walschutzgebiet im Südpolarmeer eingericht. Doch schon seit 1987 lässt die japanische Regierung in dem Gebiet alljährlich Wale unter dem Deckmantel des "wissenschaftlichen" Walfangs jagen. Tatsächlich zog die Ankündigung der Schutzzone eine Erhöhung der Zahl zu "wissenschaftlichen" Zwecken getöteter Wale um 100 nach sich. Bei der IWC-Versammlung im Juni 2005 verkündete die japanische Regierung Pläne, der immer länger werdenden Liste von Großwalarten auch die vom Aussterben bedrohten Finn- und Buckelwale hinzuzufügen und die Zahl der gefangenen Minke-Wale zu verdoppeln.

Seltsame Wissenschaft


Was stimmt nicht am "wissenschaftlichen" Walfang?

Professor Toshio Kasuya von der Teikyo-Hochschule für Naturwissenschaften und Technologie veröffentlichte seine Analyse im Oktober 2005 in der Zeitung Mainichi Shimbu. "Die jährlichen Ausgaben des Forschungsprogramms belaufen sich auf rund sechs Milliarden Yen, das sind über 50 Millionen Dollar. Fünf Milliarden Yen kommen durch den Verkauf von Walfleisch aus dem wissenschaftlichen Walfang herein. Die andere Milliarde stammt aus Subventionen der Regierung und anderen Quellen. Ohne die Einnahmen aus dem Fleischverkauf könnte die Organisation, die das Forschungsprogramm im Auftrag der Regierung durchführt, ihre Einsätze nicht fortsetzen, und die Reederei, die die Flotte für das Programm zur Verfügung stellt, könnte die Kosten für den Bau der Walfangschiffe nicht aufbringen.

Es handelt sich um nichts anderes als eine wirtschaftliche Aktivität. Sie lässt Wissenschaftlern keinen Spielraum, Forschung nach ihren eigenen Vorstellungen zu betreiben, und erfüllt ganz gewiss nicht den wissenschaftlichen Zweck, dem die Konvention zugestimmt hat."

Ein zunehmendes Problem für die Industrie ist der schwindende Appetit der Japaner auf Walfleisch. Das hat sie zu einer PR-Offensive veranlasst, um die Öffentlichkeit zu überzeugen, dass Walfang kulturell und wirtschaftlich von großer Bedeutung für Japan sei. Darin heißt es auch, dass Wale zu viel Fisch fressen und den Erhalt der Fischbestände gefährden - eine Behauptung, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Professor Kasuya sagt: "Das Institut für Walforschung argumentiert, dass die Untersuchung toter Tiere die einzige geeignete Methode sei, die erforderlichen Daten zu sammeln. Aber die Untersuchung von Biopsieproben gibt Aufschluss über die Menge an Walspeck oder die Fortpflanzungsrate, und die Analyse der Ausscheidungen liefert Informationen darüber, was Wale fressen."

Was Umfragen sagen


Tatsache ist, dass Walfleisch in Japan ein Luxus-Lebensmittel ist - und das schon seit einigen Jahrzehnten. Eine Meinungsumfrage von 1999 ergab, dass nur elf Prozent der japanischen Erwachsenen für den Walfang sind, während 14 Prozent sich dagegen aussprechen.

 

 

In jüngster Zeit essen die Japaner der japanischen Hamburger-Vereinigung zufolge 40-mal häufiger Hamburger als Walfleisch. Das ist nicht allein auf den Einfluss von Ronald McDonald zurückzuführen - die Washington Post berichtete 2005, dass "die [Walfang-]Industrie 20 Prozent ihrer 4000-Tonnen-Beute zu Tiefkühlvorräten verarbeitet hat". Einer Untersuchung der japanischen Statistikbehörde zufolge steigt der Konsum von Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch bereits seit Mitte der 1960er Jahre, während der Verzehr von Walfleisch im gleichen Zeitraum sank.

Walfang in Norwegen und Island


Japan ist nicht das einzige Land, das Walfang betreibt, ob "wissenschaftlich" oder auf andere Art. Norwegen hat 1993 die kommerzielle Waljagd wieder aufgenommen, und Island kündigte nach 14-jähriger Unterbrechung an, es werde im August 2003 wieder "wissenschaftlichen" Walfang betreiben. (Island hatte seine illegale kommerzielle Jagd 1989 nach weltweiten Boykotten und wirtschaftlichem Druck aufgegeben). Beide Länder wollen Walfleisch nach Japan exportieren.

Die Wiederaufnahme des internationalen Handels mit Walprodukten hätte weitreichende Folgen. Walfänger hätten einen noch größeren Anreiz, auch heimlich - als Piraten - Wale zu jagen, weil es für sie leichter würde, Walfleisch illegal nach Japan zu schmuggeln. Ungeachtet des derzeit bestehenden Handelsverbots wird regelmäßig Fleisch von bedrohten und nicht bedrohten Walarten in japanischen Läden entdeckt.

Lösungen: Walschutzgebiete und Walbeobachtung


Walschutzgebiete sind Zufluchtsorte, die für Walfänger verboten sind. Hier können Walpopulationen sich fortpflanzen, fressen und sich nach Jahren der Ausbeutung langsam erholen. Schutzzonen bieten entscheidende Möglichkeiten, den Erhalt der Walpopulatonen und wirkliche wissenschaftliche Forschung an lebenden Tieren zu fördern.

Schutzgebiete können auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Sie helfen bei der Entwicklung der Wal-Beobachtung (whale watching), der einzigen wirklich nachhaltigen Form wirtschaftlicher Aktivität, die mit Walen zu tun hat.

Der Walfang jedoch hat negative Auswirkungen auf das whale watching. Als Island den Walfang wieder aufnahm, gingen die Buchungen für entsprechende Touren um 90 Prozent zurück. Die isländische Vereinigung für Wal-Beobachtung gab der Walfangindustrie die Schuld und forderte ein Ende der Jagd. Die Pläne für den Walfang in großem Stil wurden auf Eis gelegt, und das whale watching kommt wieder auf die Beine.

Viele Küstenstaaten haben von der Entwicklung des whale watching profitiert. So verbucht die Dominikanische Republik einen Nettogewinn von 5,2 Millionen US-Dollar aus dem Ökotourismus. Die Einrichtung des Silver Bank-Schutzgebiets für Buckelwale hat diesem Industriezweig Auftrieb gegeben. Im australischen Albany wurde der letzte Wal 1978 gefangen. Seither hat die Stadt die frühere Walfangstation Cheynes Beach in ein bekanntes Wal-Beobachtungsgebiet umgewandelt, das über 1,3 Millionen Besucher pro Jahr anzieht.